LivingPackets‘ kreatives Finanzierungsmodell

Aktualisierung: die BaFin hat am 02.10.2020 das hier beschriebene Finanzierungsmodell in seiner bisherigen Form für illegal erklärt. LivingPackets SA hat das Finanzierungsmodell in Deutschland aktuell eingestellt und versucht Spuren zu verwischen die auf das Finanzierungsmodell hinweisen (nicht gelistete Werbevideos gelöscht etc.). Laut Benutzermeldungen bietet das Unternehmen seit 16.10.2020 nun 30-tägige Rückerstattungen an. Versucht das Unternehmen so einer Anordnung der BaFin zur kompletten Rückzahlung zuvorzukommen um bei dem daraus folgenden Liquiditätsabfluss nicht sofort Konkurs anmelden zu müssen? Es wird spannend zu sehen, ob es das Unternehmen es schafft bis zur eventuellen Anordnung der kompletten Rückzahlung dieses Finanzierungsmodelles dritte Kapitalmittelzuflüsse durch reguläre ordentliche Investoren zu erreichen oder ob am Ende die Insolvenz folgt.

Nachdem mir eine Werbung zum Investieren in das Unternehmen „Livingpackets“ angezeigt wurde, war ich neugierig ob es sich hierbei um einen Betrug, Abzocke, ein Schneeballsystem handelte. Ich befasse mich in diesem Artikel losgelöst von einer Bewertung des eigentlichen Geschäftsmodelles von LivingPackets ausschließlich mit dem Finanzierungsmodelle, das das Unternehmen als „Profit Sharing Sponsoring Campaign“ bezeichnet. Für die Ungeduldigen zusammen gefasst: Finger weg, wenn du nicht sehr genau verstehst was du tust. Da es sich beim Unternehmen um eine Schweizer Gesellschaft handelt gibt es hier eine französische Übersetzung des Artikels um auch die frankophone Gemeinschaft zu aufzuklären.

Persönlicher Eindruck des Werbevideos

Das oben zu sehende (nicht öffentlich gelisteten, deshalb hier mit Liebe öffentlich zugänglich gemacht) Werbevideo beginnt damit, dass ein gequält lächelnder junger Herr davon redet wie geil es wäre vor 20 Jahren in eines der heutigen großen Internetkonzerne investieren zu können. Er impliziert dann, dass LivingPackets solch ein geiles Unternehmen ist in einer Phase wie eben diese Konzerne vor 20 Jahren waren und dass man investieren könnte. Man bekäme seine Investition 5 mal zurück. Im Video wird die Frage warum, dass Unternehmen nicht einfach eine Finanzierung über normale Finanzinvestoren anstrebt, wird die pathetisch schmalzige Antwort gegeben, dass man nicht mit Leuten die nur ihre Profite im Interesse hätten arbeiten möchte und man doch so viel lieber mit dem lieben Herrn Zuschauer [Anm. der ja GAR kein Interesse an Profit hat] zusammen arbeiten möchte. Ich werde im nächsten Abschnitt zuerst ein paar Grundlagen zur Unternehmensfinanzierung erläutern um dann in die Analyse der Investition in Livingpackets einzusteigen. Wenn du die Grundlagen schon kennst würde ich dir empfehlen direkt zur Analyse zu springen.

Grundlagenwissen zur Unternehmensfinanzierung

Wenn ein als Kapitalgesellschaft geführtes Unternehmen mehr Geld braucht als es gerade durch sein Geschäft einnimmt dann hat es hierfür drei Möglichkeiten: Die Aufnahme von Eigenkapital, Fremdkapital oder der Erhalt einer Schenkung. Bei der Gründung einer Unternehmensgesellschaft nimmt das Unternehmen am Anfang kein Geld ein, weil das Geschäft, in der Regel noch nicht existiert. Schenkungen sind eher selten und finden vor Allem in der Form von staatlichen Zuschüssen (englisch: government grant) statt. Allerdings kann der Staat auch davon unabhängig helfen in dem er Eigen- oder Fremdkapitalgeber wird. Wir gucken uns im folgenden kurz allgemein die Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung an.

Eigenkapital

Bei der Eigenkapitalfinanzierung gibt das Gesellschaft Anteilsscheine heraus. Im Falle dass das Unternehmen als Aktiengesellschaft firmiert, nennt man diese Anteilsscheine dann Aktien. Jeder Anteilsschein verbrieft einen Anteil am Eigenkapital des Unternehmens, also an dem Kapital das dem Unternehmen selbst gehört. Diese Anteilsscheine sind in der Regel eine unbegrenzte Laufzeit. Das heißt das Unternehmen hat keinerlei Verpflichtung sie gegen Rückgabe der Einzahlung zurück zu nehmen. Man kann die Scheine aber weiterverkaufen. Wenn ein Unternehmen Gewinne schreibt, so möchte man als Eigenkapitalgeber etwas davon abhaben und bekommt eine Dividende, eine Gewinnbeteiligung ausbezahlt. Wenn das Unternehmen keine Gewinne schreibt, dann wird auch der Eigenkapitalgeber auf seine Dividende verzichten, da es in seinem Interesse ist, dass das Unternehmen in der nächsten Periode noch liquide ist. (*Anekdote 1 dazu unten) Bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft, bringen die Gründer in der Regel ihr privates Vermögen als Eigenkapital in die Gesellschaft ein und erhalten dafür den Besitz an der Gesellschaft. Wenn später mehr Kapital benötigt wird, als die Gründer sich leisten können in das Unternehmen zu stecken, können sie weitere Kapitalgeber an Bord holen. Diese Eigenkapitalgeber werden zu Mitbesitzer der Gesellschaft und können je nach Gesellschaftsform unterschiedlich starken Einfluss auf die Geschäftsführer (die Gründer) ausüben. Da man in der Regel viel mehr Kapital aufnehmen muss als die Gründer zur Verfügung stellen können, würde bei der Ausschließlichen Finanzierung auf diese Art bald die anderen Kapitalgeber eine Stimmmehrheit über die Gründer erlangen und könnten diese absetzen. Das wollen Gründer in der Regel vermeiden und wählen deshalb nicht ausschließlich eine Eigenkapitalfinanzierung. Es gibt auch Möglichkeiten bei einer mehrheitlichen Eigenkapitalfinanzierung durch Dritte die Unternehmensführung in Kontrolle zu halten, wie stimmrechtslose Vorzugsanteilsscheine oder Kommanditgesellschaften, auf die ich hier nicht eingehen werde, da sie sich in der Regel erst bei größeren Unternehmen genutzt werden.

Zusammengefasst: Eigenkapital gibt mir als Gründer den Vorteil, dass ich dem Eigenkapitalgeber nur eine Auszahlung leisten muss, wenn ich einen Gewinn erwirtschafte und dass die Laufzeit unbegrenzt ist. Als Nachteile verliere ich als Gründer einen Teil der Kontrolle über mein Unternehmen. Als Eigenkapitalgeber habe ich des Weiteren das Risiko im Fall einer Insolvenz des Unternehmens als letzter (also nach den Fremdkapitalgebern) aus der Insolvenzsumme bedient zu werden, was in der Regel einen Totalausfall des eingesetzten Kapitals bedeutet.

Fremdkapital

Wenn ein Unternehmer keinerlei Kontrolle abgeben will, dann kann er sich um einen Kredit bemühen. Nun ist es so, dass Fremdkapitalgeber wissen, dass sehr viele kleine Unternehmen die noch keine Gewinne schreiben dies wahrscheinlich auch nie tun werden und pleite gehen können, entsprechend hoch werden sie ihre Risikoprämie, also den jährlich zu zahlenden Zinssatz veranschlagen. Fremdkapital hat eine feste Laufzeit, das heißt ein Kapitalnehmer bekommt zum Zeitpunkt 0 einen festen Betrag vom Kapitalgeber. Dafür zahlt der Kapitalnehmer in der Regel jedes Jahr einen Anteil  (momentan bei sehr riskanten Unternehmen 5 – 15 %) und muss am Ende der Laufzeit den eingezahlten Betrag noch komplett zurück zahlen. Längere Laufzeiten, kann sich der Kapitlanehmer durch die Zahlung eines höheren Zinssatzes erkaufen. Der Vorteil des Fremdkapitals, dass der Fremdkapitalgeber keinen Einfluss nehmen kann ist allerdings praktisch limitiert, da gerade bei sehr kleinen Unternehmen auch der Fremdkapitalgeber sich gewisse Mitspracherechte einräumen lassen wird aufgrund seines hohen Risikos. Für den Gründer steht der Hauptnachteil, dass er jährliche Zinszahlungen zu leisten hat, egal ob das Unternehmen Geld verdient oder nicht, im Zweifel also Kredite aufnehmen muss um vorherige Zinsen zu bezahlen (Schneeballsystem) und dass die Kredite in ihrer Laufzeit terminiert sind und er am Laufzeit Ende in einem Schlag einen Riesenberg Kapital beschaffen muss, entweder durch in der Zwischenzeit angesparten Gewinne oder durch die Aufnahme neuer Kredite.

Analyse der Investition in LivingPackets

Aus Sicht des Gründers kombiniert das Finanzierungsmodell für die Unternehmensgründer die besten Eigenschaften von Fremd- und Eigenkapital (und damit die schlechtesten Eigenschaften für den Investor!)

  1. Es handelt sich um eine Beteiligung über Fremdkapital, die Gründer verlieren also keinerlei Einfluss auf die Unternehmensführung
  2. Obwohl das Unternehmen auf sehr wackeligen Füßen steht geben die Fremdkapitalgeber ohne sich gewisse Mitspracherechte zu sichern, Fremdkapital – ja selbst ohne einen vollständigen Geschäftsbericht von dem Unternehmen gesehen zu haben (es existiert lediglich ein Finanzbericht)!
  3. Die Laufzeit des Darlehens ins unbegrenzt. Es gibt keinen festen Zeitpunkt zu dem die LivingPackets Gesellschaft das eingezahlte Kapital zurück zahlen muss.. Kapitalgeber erhalten Kapital nur in Form einer Prämie zu gewissen Konditionen zurück (auch wenn diese Prämie auch die Einzahlung übertreffen mag).
  4. Die Couponzahlung ist variabel. Trotz, dass es sich um Fremdkapital handelt, muss das Unternehmen nur einen Coupon bezahlen wenn es Gewinne schreibt. Dabei werden 50% der Gewinne als Couponzahlung ausgeschüttet.
  5. Als Geldgeber für die hier besprochene „Profit Sharing Sponsoring Campaign“ wird man aus dem Kapitalmittelzufluss erst NACH den Zinszahlungen an die konventionellen Fremdkapitalgeber bedient (aktuell 450 000 CHF Quelle siehe nächste Liste Punkt 4).

Nun sollte man folgende

Tatsachen über Gesellschaften

vor Augen führen

  1. Unternehmen in der Gründung brauchen in der Regel ab der erstmaligen Kapitalaufnahme durch Dritte oft mindestens 10 Jahre bis keine Verluste schreiben (oder nur Kleckerberträge gewinnen). So ist Amazon z.B. seit 1997 an der Börse, aber schreibt erst 20 Jahre später seit 2018 ernst zu nehmende Gewinne. Und das ist vollkommen normal und gut so, denn am Anfang bringt einem Unternehmen ein Gewinn gar nichts, sondern Wachstum. Es ist im Falle eines Unternehmes wie LivingPackets unternehmerisch viel sinnvoller, den Markt zu erobern, sich möglichst stark auszubreiten, ein Quasimonopol zu erreichen, anstatt schnell seine Margen zu erhöhen, Gewinne zu schreiben und der Konkurrenz das Feld zu überlassen.
  2. Unternehmen können ihre Gewinne klein- und großrechnen. Gewinne / Ergebnisse gelten als eine Buchhaltungszahl die sehr leicht zu manipulieren sind. Man kann seine Gewinne z.B. als Gewinnrückstellung in die nächste Periode verschieben oder ähnliches. Ein für den Investor gerechter Ansatz wäre zum Beispiel ihn am freien Kapitalfluss = Kapitalfluss aus unternehmerischer Tätigkeit – Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit zu beteiligen. Hierbei würde der Investor dann auch vor den Zinszahlungen an andere Fremdkapitalgeber am Kapitalzufluss beteiligt werden.
  3. Wenn man die hundertprozentige Kontrolle über eine Kapitalgesellschaft hat, könnte man dieses Unternehmen sein Geschäft an ein andere auch im eigenen Besitz befindliche Gesellschaft verkaufen (und dabei darauf achten keine Gewinne zu machen) und damit die Gesellschaft entkernen um sie danach aufzulösen und nie wieder Gewinne schreiben zu lassen. Oder man könnte eine zweite Gesellschaft im eigenen Besitz gründen die gewisse Rechte am Produkt besitzt für die die Gesellschaft LivingPackets Lizenzgebühren zahlen muss (die LEIDER genau so hoch sind, dass LivingPackets nie Gewinne schreibe kann). (Anekdote 2 weiter unten, so etwas macht z.B. Nike zum Steuersparen)
  4. Die versprochene 50 % Ausschüttung des Gewinnes ist nicht unbedingt gerecht! LivingPackets ist als Aktiengesellschaft in der Metropole Lausanne in der Schweiz registriert. Die Firma hatte nach eigenen UNGEPRÜFTEN Angaben (bei einem normalen Unternehmen prüft ein Wirtschaftsprüfer die Daten, hier hat niemand geprüft) (nachträgliche Bearbeitung vom 12.09.: mittlerweile kann man ihrer Seite einen geprüften Bericht für das Geschäftsjahr 2018 abrufen) ein Eigenkapital von 993 120 CHF. Sie haben im Jahr 2017 6880 Euro Verlust gemacht. Wenn wir was davon ausgehen, dass die Firma im Jahr 2018 und 2019 und das vergange erste Halbjahr von 2020 jeweils den selben Verlust gemacht hat dannn hat dann hält sie aktuell ein Eigenkapital von 976 000 CHF = 906 000 Euro. Die Firma gibt an am 16.08.2020 bereits 7,11 Millionen aus dem hier besprochenen Finanzierungsmodell eingenommen zu haben. Die Bilanzsumme betrug im Jahr 2017 1 458 379 CHF. Das bedeutet, dass 82,9 % der Bilanzsumme des Unternehmens von Fremdkapitalgebern dieses Finanzierungsmodelles stammen, diese aber nur 50% des Gewinnes erhalten, oder andersherum, dass die Gründer für ihre Beteiligung von 11,4%  die restlichen  an der Bilanzsumme 50% des Gewinnes erhalten. Die verbleibende 5,7 % werden von regulären Fremdkapitalgebern gehalten, die lustiger Weise auch Aktionäre, das heißt die Gründer sind. Diese werden nach in obiger Liste angeführten Punkt 4 mit ihren Zinsen zuerst bedient, bevor ein Geldgeber der hier besprochenen Kampagne bediert würde. Quelle: Financial Prospectus LivingPackets und Sicherungskopie der Quelle.
  5. Unternehmensgesellschaften können ihre Vorstände beliebig hoch vergüten und damit im Falle dass die Gesellschaft im Besitz einer kleinen verschworenen Interessensgruppe die gleichzeitig der Vorstand ist (Regelfall bei Neugründungen) ein so hohes Vorstandsgehalt bezahlen, dass kein Gewinn übrig bleibt.
  6. Da die Gründer die Gesellschaft zu 100% besitzen, könnten die Gründer beschließen dass sie als Privatperson der Gesellschaft einen  für die Gesllschaft ungünstigen Kredit geben der so horrend saftige Zinszahlungen der Gesellschaft an die Gründer mit sich bringt, dass nie Gewinne übrig bleiben (selbst wenn die Firma steil geht) und damit den Investoren der Kampagne auch nie etwas bezahlt werden muss.

Fallbeispiele wenn das Unternehmen nicht pleite geht und moralisch unbedenklich handelt

Gucken wir uns nun ein mal ein konkretes Beispiel an:

  1. Nehmen wir an, dass Unternehmen schafft es bereits nach 10 Jahren Gewinne einzufahren und will sich nicht auf moralisch bedenkliche Art und Weise vor der Couponzahlung drücken. Wenn das Unternehmen dann noch einmal 10 Jahre bis sie die 500 % zurück bezahlt haben braucht, dann ergibt sich für den Investor vereinfacht folgende jährlicher Wachstumsmultiplikator : 5^{\frac{1}{20}} = 1,0837 als eine jährliche Rendite von 8,37 %. Klingt immer noch nach einer guten Rendite, aber so etwas kann man auch am Kapitalmarkt mit der Investition in normale Hochrisikoanleihen erreichen.
  2. Nehmen wir aber an, das Unternehmen braucht 15 Jahre um erstmals Gewinne zu erwirtschaften (und damit immer noch schneller als Amazon) und die Gewinne sind auch nicht so großartig und es dauert 15  Jahre um das Fremdkapital zurück zu bezahlen. Dann erhalten wir nach Rechnung analog zu oben gerade mal eine Rendite von 5,5 % und liegt damit deutlich unter einem Investment in ein ETF auf den deutschen Leitindex DAX, das ausschließlich große risikoarme Unternehmen enthält und nahezu kein Totalausfallrisiko hat. Der DAX hat in den letzten 30 Jahren jährlich durchschnittlich eine Rendite von 8 % erzielt und wird es wahrscheinlich auch die nächsten 30 Jahr tun. Quelle: Renditedreieck DAX von Hartmut Waltz.
  3. Nehmen wir die Behauptung des Unternehmens, innerhalb von 8 Jahren das gesamte Kapital zurück zu zahlen, so ergibt sich eine Rendite von 22,3 %.

Fallbeispiel der Insolvenz der Gesellschaft

Nach meinem Laienverständnis tritt im Falle der Pleite der Gesellschaft nun folgendes ein: Der Investor hat mit der Gesellschaft keinerlei vertragliche Regelung über die Rückzahlung seiner ursprünglichen Investition getroffen, sondern im schlechtesten Fall wird es so interpretiert, dass er lediglich für sein Geld eine gedeckelte Gewinnbeteiligung gekauft hat. Das würde dann bedeuten dass er in jedem Falle im Insolvenzverfahren nach den konventionellen Fremdkapitalgebern und eventuell sogar nach den Eigenkapitalgebern berücksichtigt würde, ihm also ein Totalausfall droht, selbst wenn der Insolvenzverwalter noch etwas verwertbares im Unternehmen findet.

Fallbeispiel moralisch bedenkliches Verhalten

Wenn das Unternehmen keine Lust hat dem Investor irgendetwas zurück zu zahlen, dann muss es das auch nicht. Ein Unternehmen, dass eine Investitionsmöglichkeit anbietet ohne genau über die Implikationen aufzuklären wie ich es hier versucht habe, macht auf mich keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Es ist gewagt darauf vertrauen, dass sie weder Tatsache über Gesellschaften 2, 3, 4, 5 noch 6 ausnutzen werden.

Fazit

Aus Sicht des Unternehmensgesellschaft ist diese Art der Finanzierung genial. Wer immer auf diese Idee gekommen ist hat dem Unternehmen einen großen Gefallen getan. Das Unternehmen müsste am regulären Anleihemarkt vermutlich hohe Zinsen bezahlen und hat hier einen Weg gefunden, im besten Falle wenn das Unternehmen sich gut entwickeln sollte und ethisch korrekt handelt einen moderaten Zinssatz zu zahlen, wenn es schlecht läuft ein zinsloses Darlehen erhalten zu haben.

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Aus Sicht des Investors haben wir hier jedoch ein hochkomplexes Finanzinstrument mit hohem Ausfallrisiko, ohne adäquate Risikoprämie von dem ich persönlich die Finger lassen werde und wo ich mir wünschen würde, dass die Europäische Finanzaufsicht in Form von EU und nationalen Behörden hier aktiv wird und zumindestens in EU-Ländern dem Unternehmen Auflagen für die Bewerbung eines solch hochkomplexen Finanzproduktes macht.

Möglichkeit eines Widerrufes?

Falls du schon Geld investiert hast und es dir nun anders überlegt hast, dann solltest du einen Widerruf in Erwägung ziehen. In Deutschland gilt nach Bürgerlichem Gestzbuch §356, dass man per Fernabsatz eingegangene Verträge 2 Wochen lang widerrufen kann und der Käufer man, falls der Vertragspartner es versäumt den Käufer über dieses Recht per Widerrufsbelehrung aufzuklären, dieses Recht entsprechend länger gilt, also die Zeit erst ab der Aufklärung losläuft. In der Schweiz gibt es kein automatisches Widerrufsrecht. LivingPackets klärt in seiner Vereinbarung über keinen Widerspruch auf und schreibt stattdessen, dass in Streitigkeiten ausschließlich das Gericht in Lausanne zuständig wäre. Quelle: „Sharing Undertaking“ und Sicherungskopie der Quelle. Nach EuGH-Urteil ist eine solche Klausel unzulässig. LivingPackets bewirbt seine Kampagne ganz offensichtlich auch in Deutschland, hat in Berlin eine Niederlassung. Die Schweiz, ist zwar kein EU-Mitglied aber übernimmt im Rahmen vieler komplizierter Abkommen einen großen Teil der EU-Rechtsprechung. Dementsprechend fasse ich als Laie diesen Passus für ungültig auf. Es könnte also sein, dass LivingPackets aufgrund seiner Ausrichtung der Werbung Richtung Deutschland und seiner deutschen Niederlassung zum Widerruf nach deutschem und damit europäischen Recht verpflichtet ist. Hier müsste man sich aber von einem Anwalt beraten lassen.

Anekdote

Anekdote 1: Es gibt hier asoziale Unternehmensbesitzer wie die Bundesrepublik Deutschland als 100 %-iger Anteilseigner der Deutschen Bahn. Als die Deutsche Bahn im Jahr 2015 von 611 Millionen Euro vor Dividendenzahlung schrieb beschloss die Bundesregierung sich trotzdem weiterhin eine Dividende von 700 Millionen Euro ausschütten zu lassen und damit den Verlust der Bahn auf 1,3 Milliarden Euro zu steigern. Diesen Verlust musste die Bahn dann in dieser und der nächsten Periode zu einem großen Anteil als Fremdkapital zu einer hohen Verzinsung von 4 % einholen. Warum handelte die Bundesregierung so? Wegen der  Befolgung Dogmas der schwarzen Null, sich nicht verschulde zu wollen, konnte man kurzfristig auf die eingeplante Dividende der Bahn nicht verzichten, obwohl es viel sinnvoller gewesen wäre wenn der Bund auf seine Dividende verzichtet hätte und die fehlende Dividende als Fremdkapital zu einer nahezu Nullfinanzierung aufgenommen hätte. Quelle: Geschäftsbericht der Deutschen Bahn 2015, Seite 186 und 188.

Anekdote 2: Nike und andere Unternehmen die man als „moralisch verwerflichen Abschaum“ bezeichnen könnte verschieben ihre Gewinne in ein Unternehmen, das große Lizenzgebühren an ein Unternehmen bezahlt, welches sich in einem Land befindet in dem man auf Lizenzgebühren kaum Steuern zahlt. Quelle: Süddeutsche.

Weitere Hinweise

Ich habe keinerlei formale Ausbildung in Sachen Finanzberatung noch Finanzrecht noch Recht im Allgemeinen genossen und teile hier meine Einschätzung als privater Investor. Ich bin in allem was ich anspreche Laie. Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung dar und Sie sollten im Falle eines Zweifels auf eine akkreditierte Finanzberatung zurückgreifen. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Verfassung des Artikels keine Beteiligungen an Eigen- oder Fremdkapital des in diesem Artikel betrachteten Unternehmens und steht in keinerlei Geschäftsbeziehung zum Unternehmen.

Bildquelle: brennender Geldschein

22 Gedanken zu “LivingPackets‘ kreatives Finanzierungsmodell

  1. Pingback: Le mode de financement créatif de LivingPackets | Duddebabber

  2. Finde den Artikel super. Ich habe nach das Box-Unternehmen gegooglet, nachdem ich diese Werbung gesehen habe, wobei der angebliche Gründer so nervös war und während des Redens ständig seine Spucke im Mund untergeschluckt hat. Dann habe ich diesen Artikel her gefunden.
    Toll verfasst.

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  3. Ihm lief bestimmt das Wasser im Munde zusammen vor Freude auf geschenktes Geld. Freut mich dass es dir geholfen hat. Wenn du findest, dass man irgendwo noch etwas präziser formulieren kann, dann kannst du mir gerne bescheid geben. Ich habe den Artikel schnell direkt nach dem Webervideo geschrieben um noch möglichst viele Leute von einer möglichen Fehlinvestition abzuhalten. Dementsprechend gibt es bestimmt Schwächen.

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  4. Danke! Sehr Hilfreich. Nach der ersten Werbung und Mailregistrierung habe ich nun 1 Woche abgewartet und nach 4 Zahlungs-Werbe-Spam-Mails mich nun mit Hintergrundinfos versorgt. Dein Beitrag war hier am besten! Und hat auch mir als Laie erklärt, dass es nicht sinnvoll ist, hier sein Geld zu verschenken! Besten Dank!

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  5. Ob du das gemerkt hast oder nicht, deine Kritik richtet sich allgemein gegen Crowdfunding und gegen jede Form von Anlage bei der es ein Risiko gibt außer vielleicht für Anlangen wo institutionelle Investoren systematisch Geld verdienen wie ETF’s. Das zu tun ist dein gutes Recht.
    Im Gegensatz zu Crowdfunding kannst du bei LivingPackets wirklich am Erfolg beteiligt werden und das ist das einzige Modell auf dem Markt das so etwas anbietet. Bei anderen Modellen bekommst du entweder Aktien ohne irgendwelche Gewinngarantien oder im besten Fall ein Produkt (wenn es überhaupt produziert wird). Bei LivingPackets ist die Produktion garantiert und du wirst am Erfolg mit dem 5fachen deines Beitrags beteiligt. Wie du selbst sagst: es ist genial – worüber genau beschwerst du dich, das es Risiken gibt? Bei 5x ist es doch normal, dass es ein Restrisiko gibt oder nicht? Ich habe selbst 10.000 € investiert und freue mich über diese Möglichkeit – wir sprechen uns wieder in 8 Jahren und sehen wer recht gehabt hat.

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  6. Guten Abend Nutzniesser,

    schön, dass du dich mit livingpackets beschäftigt hast – jedoch sehr schade, dass du nur das schlechte darin sehen möchtest.
    Wenn du dich wirklich mit dem Unternehmen, den Gründern und dessen Werten beschäftigst, sollte dir eigentlich schnell auffallen, dass es hauptsächlich darum geht etwas tolles in die Welt zu bringen – und nicht um Gier und Egoismus.

    Du sprichst davon, die Leser beschützen zu wollen; Letztendes tust du aber genau das Gegenteil – Eine eigene Meinungsbildung durch falsche Fakten und eine extrem negative Voreinstellung unterbinden. Das ist weder Fair gegenüber den Mitarbeitern des Unternehmens die alle ihr eigenes Geld zum Aufbau des Unternehmens nutzen (Ja, das Unternehmen ist finanziert durch Eigenkapital, kein Fremdkapital!) und seinen tausenden Unterstützern, noch fair gegenüber den Lesern denen du deine Meinung förmlich aufzwingst. (Schon angefangen im ersten Satz: „gequält lächelnder“ junge Herr in einem „schlecht passenden Anzug“)

    Aber gut, was im eigenen Geiste ist, findet sich auch immer im eigenen Umfeld wieder. (Daher wahrscheinlich auch deine Anonymität?)

    Ob es Risiken gibt oder nicht, ob man Mechanismen zur Kapitalaufnahme missbrauchen kann oder nicht, steht in deinem Artikel nicht zur Debatte sondern nur die Absichten mit denen man handelt. Hast du die Absichten von LivingPackets geprüft und dir den ganzen Kontext angeschaut, oder überhaupt schonmal Kontakt aufgenommen?

    Ich habe genau das gemacht und die Ethik von LivingPackets persönlich sehr ausführlich überprüft, und kann daher inzwischen mit Sicherheit sagen, dass diese weitaus höher angelegt ist, als die von jedem Börsennotierten Unternehmen das ich kenne.

    Falls du, oder irgendwer anderes hier selbst überprüfen möchte was ich sage, kann ich gerne eine direkte Verbindung zum management herstellen.
    (Bisher wurden alle meine Fragen zu 100% transparent beantwortet)

    PS: Keywords und Kommentare im Netz mit „Abzocke“ „Betrug“ und „Betrugsmasche“ zu setzen und Werbung ohne Impressum zu schalten hat in jedem Falle nichts mit einem unabhängigen Blog oder der Möglichkeit sich selbst eine Meinung zu bilden zu tun.

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  7. Lieber Faban,
    danke für deine Kritik. Ich möchte gerne darauf eingehen.
    Du sagst 1) ich kritisierte Finanzierung durch frühzeitige Anwender (crowd funding) allgemein. Schauen wir uns zunächst einmal das allgemeine Konzept der Finanzierung durch frühzeitige Anwender an. Ich gehe hierbei davon aus, dass in der Regel es sich bei einer solchen Kampagne darum handelt dass frühzeitigen Anwender (innovators + early adopters) die Produktion eines Produktes finanzieren, dass sie selbst erhalten. Ich bezeichne das fortan mal als „konventionelle“ Kampagne. Gemeinsam hat somit die Kampagne von LivingPackets und konventionellen Kampagnen, dass in beiden Fällen investierende Mensch zum Gläubiger des Unternehmens wird. Der große Unterschied liegt nun in der Forderung die der Mensch gegen das Unternehmen hat. Im konventionellen Falle handelt es sich hierbei um ein zu produziertes Produkt, dieses wird in der Regel zu einem (zugegebener Maßen oft verspäteten) fixen Termin ausgeliefert. Manchmal scheitern Unternehmen hieran, weil sie entweder eine schlechte Produktidee haben, das Produkt wenig kompetiv umsetzen oder manchaml sind vielleicht auch Unternehmen dabei, die skrupellos nie vor hatten wirklich zu produzieren. In jedem Falle hat ein Teilnehmer einer normalen Kampagne eine Forderung zur Lieferung eines Produktes zum fixen Zeitpunkt. Bei LivingPackets hingegen gibt es a) keinerlei terminierten Lieferzeitpunkt b) die Möglichkeit die Lieferung des Produktes (Gewinnbeteiligung) zu umgehen oder beliebig hinauszuzögern. Es mag sein, dass andere Unternehmen ähnliche Kampagnen wie die von LivingPackets haben (über Links dazu würde ich mich freuen), dann kritisiere ich diese genauso. Ein Unternehmen das eine konventionelle Kampagne führt und das nicht Konkurs geht, kannst du notfalls per Rechtsmittel zur Lieferung deines Produktes zwingen. LivingPackets, kannst du gar nichts. Sie können wie ich im Artikel erläutere rechtlich legal auf verschiende Wege die Buchhaltungsgröße „Gewinn“ vermeiden, auch wenn es dem Unternehmen prächtig gehen sollte. Ich hoffe ich konnte dir zeigen, dass ich allgemein nichts gegen die Finanzierung durch frühe Anwender, habe. Ich habe bisher zweimal auch bei solchen einen Betrag größer 200 € in ein solches Produkt investiert, beim einen Mal ein tolles Produkt erhalten, das nun auch in Serie produziert wird und beim anderen mal gar nichts erhalten, weil das Unternehmen konkurs ging.

    Du sagst 2) ich kritisierte jede Form der Anlage bei der es ein Risiko gibt. Das stimmt nicht. Gemäß aktuellen wissenschaftlichen Konsens der Portfoliotheorie an welcher ich mich orientierte gibt es „risikolose“ Anlageprodukte mit einer sehr geringen Prämie (also z.B. Deutsche Staatsanleihen mit aktuell 0% Rendite) und risikobehaftete Anlageprodukte. Jede Erhöhung der Gewinnchance muss durch ein höheres Risiko bezahlt werden. Man kann allerdings durch Streuung (naive Diversifikation) die Gewinnchance konstant halten und gleichzeitig das Risiko absenken. Ich finde alle Anlageprodukte toll, bei dem das Ausfallrisiko mit einer adäquaten Risikoprämie vergütet wird und bin persönlich sehr breit diversifiziert in verschiedensten Bereichen und Anlageklassen investiert. Die Diversifizierung ist bei LivingPackets 0 (ein einziges Produkt), das Ausfallrisiko riesig hoch (inhärente Risiken des Geschäftsmodells + Potential unethischen Verhaltens) und die Rendite ist dafür mit 8% (für den Fall dass LivingPackets Amazon in der Geschwindigkeit Gewinne zu schreiben schlägt, 10 Jahre bis ersten Gewinn, weitere 10 Jahre für die Auszahlung) lausig. Ich ziehe es daher auch nicht für eine kleine Beteiligung in Betracht. Am Anleihemarkt bekommst du Unternehmensanleihe mit Kupon von 8% mit deutlich kleinerem Risiko

    Du sagst 3) man könne bei LivingPackets im Gegensatz zu Kampagnen der Finanzierung durch frühzeitige Anwender wirklich am Erfolg beteiligt werden. Hier finde ich wirst du den konventionellen Kampagnen nicht gerecht. Auch bei einer normalen Kampagne werde ich am Erfolg beteiligt, insofern, dass das Unternehmen nicht pleite geht erhalte ich nicht nur mein Produkt, nein erhalte den ideellen Wert, als erster vor der Serienproduktion das Produkt in den Händen halten zu dürfen. Wie man diesen Wert beurteilt, ist eine andere Sache, aber man wird auf jedem Fall am Erfolg (Lieferung des Produkts) und Misserfolg beteiligt.

    Du sagst 4) Du sagst bei LivingPackets sei die Produktion garantiert. Woher nimmst du diese Information? Hast du Verträge gesehen in denen die Vertragspartner sich zur langfristigen Miete zu einer fixen Rate von den Paketen verpflichten? Selbst wenn du solche Verträge gesehen hast und die Produktion garantiert wäre, dann wäre das immer noch kein Indikator, dass das Unternehmen jemals Gewinne schreibt. Falls sie sich verkalkuliert haben, die Produktionskosten explodieren sollten oder die Lebensdauer unter den Erwartungen zurück bleibt. Aber hier steigen wir dann in die Diskussion über das Geschäftsmodell des Unternehmens ein, dass ich explizit aus dem Artikel ausklammere und daher nicht weiter kommentieren möchte.

    Du verstehst 5) nicht worüber ich mich beschwerte. Ich beschwere mich in dem Artikel gar nicht, ich habe mich mit dem Unternehmen aufgrund von Werbung befasst, das Finanzierungsmodell für mich analysiert und wollte teilen, was für Risiken die Anlage hat. Ich glaube, dass viele Menschen die impliziten Risiken nicht erkennen und schlüssele sie daher auf.

    Ich wünsche dir persönlich viel Erfolg bei all deinen Investitionen und hoffe, dass in diesem speziellen Falle die Produktion gelingt und zusätzlich das Unternehmen sich nicht vor den Zinszahlungen drückt. Genauso wünsche ich dem Unternehmen LivingPackets unternehmerischen Erfolg, dass sie die Marktetablierung meistern.

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  8. Dieser interessante Artikel basiert leider teilweise auf falschen Annahmen und ist daher nicht ganz richtig.

    Der junge Herr „mit dem gequälten Lächeln“ in einem „schlechten Anzug“ (Junge Leute sind nicht vertrauenswürdig, wenn sie nicht in teure Anzüge investieren? 🙂 hat, zusammen mit all den Ingenieuren, Designern und Angestellten, mit äußerstem Mut seine Ersparnisse über etwa 4 Jahren in LivingPackets investiert und hat bisher kein externes Kapital benötigt.
    50 bis 100 (heute?) Forschungsmitarbeiter kosten mehrere Millionen pro Jahr (und/oder müssten auf einen großen Teil ihres Gehalts bzw. ihre Familien verzichten): so etwas kann man nur aus Begeisterung und Überzeugung tun und sicher nicht, um Kunden zu betrügen !

    Die Beiträge sollten nur die Produktion finanzieren, um die Erfolge mit den „Sharing Angels” teilen zu können. Um jedes Risiko zu vermeiden, produzieren sie nur das, was finanziert wird. Dies scheint eher sehr vernünftig und glaubwürdig zu sein!

    Wie du schreibst Nutzniesser, das ist genial (so wie The Box) und es ist absolut einzigartig weltweit. Alle anderen sind lieber auf Fremdkapital angewiesen und gehen selbst kaum Risiken ein, wie du hier sehr gut demonstrierst! Dies betrifft jedoch weniger LivingPackets.
    Anstatt reiche, gut gekleidete institutionelle Investoren zu bereichern (die auch Kontrolle wollen), zieht er vor, mit all denen zu teilen, die The Box zu einem Erfolg machen werden: den Kunden.
    Wie er schreibt: „Erfolg ist wie Glück, er vermehrt sich, wenn man ihn teilt“.
    Und er will zeigen, dass „Teilen“ viel wichtiger ist als „Nehmen“.

    Es ist für normale Kunden nicht möglich, an solchen Erfolgen teilzuhaben. Heute können nur die „gut gekleidete“ institutionelle Investoren, denen du anscheinend mehr vertraust (so wie Wirecard?) noch reicher werden: deine Aussagen verstärken diesen Eindruck und einige Leser werden deshalb leider diese Chance verpassen.

    Eine bessere Welt mit mehr “Teilen” ist durchaus möglich, in der jeder am Wachstum teilhaben kann: Man muss nur daran glauben und zu einem solchen Erfolg beitragen dürfen und wollen!
    Warum so viel Bitterkeit? Sollte er (wie du und wir alle) nicht eine Chance bekommen?
    Eine großartige Entwicklung wie The Box mit so vielen Ingenieuren macht man nicht um abzuzocken !

    Wenn man nicht an The Box glaubt, sollte man auf keinen Fall beitragen (nur wegen Geld?) ! … aber wenn man an The Box glaubt, sollten wir unbedingt davon profitieren: es geht ja nur darum, diesen Erfolg zu teilen und gleichzeitig zu ermöglichen !

    Und das wird in der Tat noch mehr Erfolg bringen: klar, die Tausenden von “Sharing Angels” werden The Box von den Großen wie Amazon, Otto, Zalando, etc. verlangen und dafür sorgen, dass es ein riesiges Erfolg wird. Allein schon aus diesem Grund habe ich beigetragen, und ich freue mich auf das Fünffache, weil ich diesen Erfolg direkt beeinflussen kann ! Kennst du ein anderes Angebot auf der Welt, dessen Erfolg du selbst mitbestimmen kannst ?

    Wer braucht es mehr: die Reichen (die nur Geld einbringen und das 10-fache ihrer Investition erwarten) oder die Kunden, die den Erfolg bringen? Soll es gleich Betrug sein, weil man großzügig (nur 5 mal statt 10 mal) mit allen teilen will?

    Ja, wie für jedes Unternehmen ist der Erfolg nicht garantiert, aber die „Sharing Angels“ haben es in der Hand, denn im B2C entscheidet C allein… und C sind wir, die Kunden!

    Ich stehe dir zur Verfügung, um weitere irrigen Annahmen zu klären, es sei denn, dein Ziel ist es nur, diesen „jungen Herr“ einfach lächerlich zu machen … was ich nicht annehme, weil du doch versucht hast, sachlich zu bleiben … nur mit “klassischen” Annahmen :-).

    Wir, die Kunden, werden diesen Erfolg generieren und wir sollten davon profitieren.
    Gönne ihm (und dir selbst 🙂 doch die Möglichkeit, dass es doch noch ein riesiger Erfolg werden könnte. Der Markt ist unbegrenzt, die Nachfrage ist enorm und The Box ist absolut spitze :-).
    Mein Rat (wenn ich darf?): Statt negativ zu sein, trage lieber bei und profitiere davon 🙂 !
    Wir werden sehr bald wissen ob The Box ein Erfolg wird ! -(jedoch wahrscheinlich zu spät).

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  9. Pingback: Is „The Box“ a disruptive innovation? | Duddebabber

  10. Danke Nutzniesser: dein Beitrag hat doch sehr geholfen, das LivingPackets Angebot zu klären und verbessern 🙂 !

    Obwohl LivingPackets zahlreiche Preise und Anerkennung weltweit gewonnen hat: z.B. als „TECHNOLOGIE MIT DEM GRÖSSTEN POTENZIAL DIE WELT ZU VERÄNDERN“ (CES 2020) oder als empfohlene Investition der Europäische Kommission mit dem „SEAL OF EXCELLENCE“, hat die […] Sichtweise des Autors (Nutznießer ) bedauerlicherweise den Eindruck hinterlassen, dass LivingPackets möglicherweise unehrlich ist oder in Zukunft sein wird.

    Am schlimmsten ist was der Autor als „Fallbeispiele wenn das Unternehmen nicht pleite geht und moralisch unbedenklich handelt“, das zeigen sollte, […], dass sogar in diesem „besten“ Fall, nicht viel zu erwarten wäre. Unsere Gegenargumente würden leider von dem Autor bis jetzt ignoriert.

    Als Sharing Angel haben wir natürlich diese Fragen an LivingPackets gestellt, von denen einige richtig sind […].
    Und LivingPackets hat sie alle sofort beantwortet und die meisten auf die Webseite direkt und transparent veröffentlicht:

    – Ja, das 1 Million Kapital von LivingPackets SA in der Schweiz würde voll eingezahlt, sowohl als 1 Million Kapital für LivingPackets Deutschland AG plus 1 Million Kapital für LivingPackets France SA.

    – Ja, diese Gelder sind nur ein Bruchteil von den Investitionen, die mit Hilfe aller etwa 100 Ingenieure und Designer, über 4 Jahren investiert würden.

    – Ja, man kann jetzt ganz klar das „SEAL OF EXCELLENCE“ mit der Investitionsempfehlung der Europäische Kommission prominent online sehen (war schwer zu finden).

    – Ja, die Bilanzen 2017 und 2018 würden von PriceWaterhousCooper (PWC) vollständig geprüft und sind jetzt direkt auf die Webseite abrufbar.-

    Ja die Bilanz 2019 wird publiziert sobald PWC sie geprüft hat (LivingPackets hat sich am Telefon für die – legale – Verspätung von PWC entschuldigt)

    Bemerkung: Bilanzen für Startups sind von geringer Bedeutung, da sie in keiner Weise das Potenzial des Unternehmens widerspiegeln (Anfangs können sie nur Verluste machen, selbstverständlich!).
    In diesem speziell Fall sowieso nicht, weil die Forschung in den Filialen in Deutschland und Frankreich erfolgt. Erst die Bilanz 2020 und 2021 werden wirklich relevant sein, weil dann die Produktion und Umsätze gestartet sind.

    – Ja es gibt ein richtiger Sharing Angel Vertrag (direkt auf die Webseite von LivingPackets abrufbar), mit voller Verpflichtung von den Aktionäre alle Gewinne (vor Steuer) zu 50% zu teilen, bis die Sharing Angels das fünffache ihres Beitrag bekommen.

    – und Nein, LivingPackets hat keinen Vorteil noch Interesse die Sharing Angels zu hintergehen! Wofür den? Das sind Schulden an die Sharing Angels, die so schnell wie möglich ausgezahlt werden sollten um die Bilanz nicht unnötig zu belasten!

    Ich denke, damit hat LivingPackets die wichtigste Punkte von dem Autor öffentlich beantwortet, bis auf den Punkten die von dem Autor erfunden sind, die LivingPackets sich nicht erklären kann (z.B. 25 Jahre statt 8 Jahre für die Rückzahlung, oder ob sie ehrlich sind: wie sollten sie das beweisen, ausser alles öffentlich und transparent zu publizieren? Man kann natürlich immer behaupten, dass jemand unehrlich sein könnte, das ist kein sachliches Argument).

    – und, ja sie haben sehr viele Anfragen von Institutionellen Investoren, aber sie wollen vor allem die Kunden belohnen, die den Erfolg von THE BOX machen werden (die normalerweise niemals Zugang zu solche Gewinne bekommen, obwohl sie am besten beurteilen können ob sie sich ein neues Produkt wünschen oder nicht !).
    Das klingt fair und absolut logisch!

    Wir, die Sharing Angels, hoffen sehr, dass dieser Beitrag von Nutzniesser publiziert wird. Zumindest hat sein Beitrag geholfen, alle diese wichtige Punkte mit LivingPackets zu klären und sie online zu verbessern … also Danke Nutzniesser 🙂 !

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  11. @Nutzniesser: Danke für die Analyse. Wichtig, dass man die Dinge kritisch durchleuchtet und das Risiko durch denkt.
    @Michael: Chapeau, sehr konstruktiv reagiert. Ich stimme zu, dass man in der Idee und dem Engagement das Positive sehen sollte.

    Allerdings überzeugt mich die Argumentation des Werbevideos nicht.
    1) Auf der einen Seite seien Investoren zu geldgierig, doch Laien werden mit Geld gelockt. Außerdem wird mit der Beschränkung auf die ersten 10.000 ein „Sense of Urgency“ erzeugt. Gefällt mir nicht.
    2) Jedes Unternehmen kann das nächste Amazon oder Facebook sein. Doch welche Fakten sprechen für dieses? Über technische Details oder das Business Modell selbst erfahre ich zu wenig. Ein Großteil der Werbezeit wird darauf verwendet die 500% Return zu betonen. Passt für mich wieder nicht zusammen, denn wenn das Produkt gut und das Modell höchst philanthrop sind – dann investiere ich in die Vision (und nicht in die Rendite).

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  12. Hallo Jack, Danke für deine „Chapeau“ Anerkennung 🙂
    ich bin nicht da um LivingPackets zu verteidigen, noch dich zu überzeugen (das kannst du nur selbst machen), jedoch möchte ich, fairerweise, zumindest falsche Annahme / Behauptungen klar stellen (das kann man auch direkt mit dem Team von livingpackets machen: sie sind sehr freundlich und bemüht und beantworten jede Frage … IMO besser als darauf zwischen uns zu spekulieren :-).

    1) Ich habe nirgends auf die Website gefunden wo sie mit nur 10.000 Beiträge ein “Sense of Urgency” erzeugen ???
    (und wenn es irgendwo versteckt ist, dann stimmst du mir sicher zu dass es kein “Druck” wäre, oder?). In grobe gegensatz zu anderen Crowdfundings, die alle sehr kurze Zeiten und kleine Menge ganz oben und in Vordergrund stellen … noch schlimmer: ohne ihren Erfolg zu teilen, den WIR generieren (im besten Fall bekommt man nur das Produkt, was bei mir zweimal nicht geklappt hat).

    2) Was spricht dagegen, dass man sowohl philanthropisch als auch sehr lukrativ sein will 🙂 ?
    Das sie großzügig ihre Gewinne teilen wollen spricht genau dafür (philanthropisch PLUS gewinnbringend).
    Sie sind eben stolz auf diese 500 % (was immerhin zweimal billiger ist als Risikokapitalgeber, die ein 10fache/1000 % erwarten nach 5 bis 10 Jahren) und persönlich bin ich froh etwas gutes für unseren Planeten machen zu dürfen
    … und gleichzeitig gutes Geld dabei zu verdienen (im Erfolgsfall).
    Eins ist ganz sicher: wenn man an den Erfolg von The Box nicht glaubt, sollte man unbedingt DIE FINGER DAVON LASSEN !
    Und auch wenn man fest daran glaubt (so wie ich, schwer zu verheimlichen :-), dann sollten man auch NUR INVESTIEREN WAS MAN LANGFRISTIG ENTBEHREN KÖNNTE ! …niemand kennt die Zukunft, egal wo man investiert.
    Egal wie viel man investiert … die 500% kann jeder mitnehmen (wahrscheinlich nur solange wie es ein Restrisiko gibt) UND beitragen um unseren Planeten, Bäume und Ozeanen zu retten!
    Ein besseres Angebot / Verhältnis Chancen/Risiken habe ich nirgends je gesehen! … oder bitte nenne mir eins ! Große gewinne ohne Risiken kenne ich nicht !
    Und natürlich, wir die Sharing Angels werden dafür kämpfen, dass Amazon und co The Box von livingpackets verwenden, statt diesen blöden Kartons, die meinen Abfall füllen (erstmal sie zerrissen, und dann auch noch für den Müllabfuhr bezahlen: wir haben satt davon! … was für eine Verschwendung!).
    NUR MEINE MEINUNG :-).

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  13. Jetzt hat die BaFin eingegriffen. Und offensichtlich die Firma dazu verdonnert das Geldsammeln zu unterlassen und Rückerstattungen anzubieten.

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  14. Hallo Ralf, danke für den Hinweis. Sehr interessant! Wo genau siehst du dass LivingPackets eine Rückerstattung anbieten muss? Ich sehe nur, dass die Kampagne nicht rechtens war. Aber mit Konsequenzen daraus bleibt die BaFin dürftig.Bafin Pressemitteilung.
    Die logische Schlussfolgerung wäre es natürlich, dass nicht nur wegen der Unrechtsmäßígkeit der Emission in Deutschland sondern zusätzlich wie im Artikel beschrieben wegen dem Unterlassen der Widerrufsbelehrung trotz Geschäftstelle in Deutschland – ein unbefristeter Widerruf möglich ist. Aber ausformuliert steht das so nirgends, und da wird das Unternehmen wohl dann einfach die Anfragen um Rückerstattung ignorieren. Also wenn du einen Link hast mit der Pflicht wäre es toll den hier anfügen zu können.

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  15. Also mir hat das Unternehmen gerade die außerordentliche Kündigung und damit vollständige Rückerstattung per Mail angeboten. Ich habe das in Anspruch genommen und kann euch auf dem Laufenden halten, was passiert und ob ich meinen Minibetrag, den ich aus Interesse investiert habe, wirklich zurück bekomme. (Vorsicht, unsachliche Meinungsäußerung incoming) Ich finde es übrigens schön, wie idealistisch alles sein soll, die doofen Reichen sollen nicht immer das größte Stück vom Kuchen bekommen und dann schaut man sich Cottes Vater an. Ich denke es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Eigenkapital vor allem Papas Millionen sind. Ist gar nicht böse gemeint. Tatsächlich werde ich das Projekt weiter verfolgen. Und vielleicht werde ich ja noch überrascht und da steht wirklich ganz viel Idealismus dahinter. Übrigens danke für die allgemeine Sachlichkeit. Sorry für meinen unsachlichen Kommentar.

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  16. Hallo Anna,

    kannst du uns mehr über den Kündigungsgrund erzählen? Am tollsten wäre natürlich den kompletten Nachrichtenverlauf zu sehen.

    Du brauchst dich nicht für deine Meinungsäußerung zu rechtfertigen. Du hast recht „insgesamt 20 Millionen Euro hätten die „Familie Cotté sowie eine Mehrheit der Mitarbeiter“ bislang investiert, so das Unternehmen auf Anfrage. Nach Informationen von Finance Forward kam das Geld vor allem von Cottés Vater, dem Web.de-Mitgründer Pierre-Alain Cotté.“ (Quelle). Deine Aussage bezüglich der Finanzierung durch Papa stimmt also vollkommen, aber das finde ich nicht verwerflich. Irgendjemand muss das Geld ja geben und warum sollte, das nicht jemand sein der viel Geld hat? Es ist im Sinne des Kapitalismuses dass Kapital sich akkumuliert und es ist Aufgabe des Staates hier regulierend einzugreifen und nicht Aufgabe der Unternehmen. Unternehmen haben die Aufgabe in dem gesetzlich gesteckten Rahmen so effizient wie möglich zu sein. Politik den Job die Rahmenbedingungen zu setzen dass es der Allgemeinheit gut geht. Wenn wir einen Staat hätten der sich langfristig taktisch klug um die Allgemeinheit scherte so gäbe es viele Projekte die man anvisieren könnte. Die Bundesregierung könnte z.B. ähnlich wie Norwegen einen Staatsfond aufsetzen mit denen Minderheitspositionen in europäischen Unternehmen aufgebaut werden (Minderheitsposition damit der Staat nicht unternehmerische Vorgaben setzen kann) und damit aus der Rendite z.B. Sozialhilfen oder Renten finanzieren, das wäre sinnvolle Partizipation der Nichtreichen am wirtschaftlichen Gewinn.
    Es ist meiner Ansicht nach Quatsch diese Privatisierung von ethischen Maßstäben wie sie LivingPackets mit ihrer SharingAngels Kampagne pathetisch vorgeheuchelt hat oder wie sie auch von der Politik gerne in Bezug auf Konsumentscheidung der Verbraucher propagiert wird (dem Verbraucher die „Freiheit zu lassen“ ein Umweltarsch zu sein). Die richtigen wichtigen der Allgemeinheit wohltuenden Dinge sollten durch Gesetze geregelt sein und nicht durch individuelle Konsumentscheidungen. Egal ob bei Investition oder bei Konsum.

    Wenn ich dem Entsinner der Sharing Angels Kampagne jetzt mal sehr hoch ethische Absichten unterstelle und es ihm wirklich darum gegangen war finanzschwache Menschen partizipieren zu lassen, so hätte er besser getan sich in der Politik für allgemeine bessere Grundlagen einzusetzen als hier partikular eine illegale dubiose pseudogutuerische Praktik aufzuziehen.

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  17. Hallo, hier ist die Mail an die Investoren:

    Liebe Sharing Angel,

    Berlin, 16.10.2020 – Am 02. Oktober 2020 teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in einer Veröffentlichung auf ihrer Website mit, dass sie Hinweise darauf habe, dass die LivingPackets SA eine Vermögensanlage im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne öffentlich anbiete, ohne einen Verkaufsprospekt hierfür veröffentlicht zu haben. LivingPackets SA hat daraufhin sofort und unmittelbar mit der BaFin Kontakt aufgenommen. Wir kooperieren transparent und offen mit der BaFin, für die dieser Vorgang mittlerweile abgeschlossen ist. Zeitgleich haben wir die Crowdfunding-Kampagne eingestellt.

    Unsere Vision war, ist und wird weiterhin sein, jeden, der sich mit der nachhaltigen Sharing Economy identifiziert und zur Wertschöpfung von LivingPackets SA beiträgt, an dieser Wertschöpfung zu beteiligen. Nach sorgfältiger Evaluierung mehrerer Finanzierungsoptionen war dies unser präferierter Ansatz, weil er am besten zu uns und unserer Unternehmensphilosophie passt.

    Wir verstehen, wenn die jüngsten Ereignisse Dich womöglich verunsichert haben und möchten uns für diese Ungewissheit bei Dir entschuldigen. In Anbetracht dieser Umstände bieten wir Dir die Möglichkeit deine Teilhabe innerhalb der nächsten 30 Tage außerordentlich zu beenden und eine volle Rückerstattung Deines Beitrags zu erhalten. Deine Stellung als Sharing Angel bleibt weiterhin unberührt, solltest du keine Rückerstattung beantragen. Wir können Dir aber versichern, dass wir weiterhin an unserer Vision festhalten und die Produktion von THE BOX und die geplante Markteinführung in Q1 2021 aus eigenen Mitteln durchführen. Für Dein entgegengebrachtes Vertrauen sind wir dankbar. Solltest Du für die Rückerstattung entscheiden, kannst Du diese direkt in Deinem Dashboard beantragen. Für Rückfragen kannst Du dich rund um die Uhr bei customercare@livingpackets.com melden.

    _________

    Die kleinlaute Mail, die mehr fragen aufwirft als Antworten gibt. Hat mich gestern etwas schockiert. Woraufhin ich auch hier gelandet bin. Danke für die Meinungen!
    Habe jetzt auch die Chance genutzt und die Rückerstattung angefordert. Bearbeitungszeit ist mit bis zu 30 Tagen angegeben.
    Früher sollte die Box 50€ Herstellungskosten haben. Jetzt hab ich plötzlich was von bis zu 150€ gelesen. Was natürlich die Rendite Aussichten für die Investoren ordentlich schmälert.
    Zu den vielen übertrieben erscheinenden technischen Features. Kommt seit neuestem auch noch ein Mikrofon!!! dazu, wo ich mich auch schon gefragt hab, was soll der Unsinn. Die Europäer sind ja nicht gerade Fans von potentiellen Abhöranlagen.

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  18. Ich habe mich Anfangs falsch ausgedrückt. Dass sie zu der Rückerstattungsmöglichkeit verpflichtet sind, kann ich jetzt so nicht sagen. Das kann auch sein dass es freiwillig erfolgt ist.

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  19. Hallo Ralf, danke dass du die Mail hier öffentlich teilst, super spannend!
    Also wenn LivingPackets öffentlich gehandelt würde wäre jetzt der Moment einen Leerverkauf zu tätigen. Und damit auch als Kleinanleger „Sharing Economy“-mäßig teilzuhaben.

    Die Frage steht im Raum ob diese freiwillige Rückzahlung dazu dient die bald angeordnete Vollständige Rückzahlung etwas abzupuffern und einen langsamen Kapitalmittelabfluss zu haben der ihre Verwaltung nicht überlastet und ihnen gleichzeitig erlaubt dritte ordentliche (böse nur an dem Geld interessierte) Investoren am Anleihemarkt zu finden.

    Bitte halte uns auf dem Laufenden wie die Rückerstattung abläuft ob du tatsächlich dein komplettes Geld zurück erhältst und wie lange das dauert.

    Ich hab bei der guten LivingPackets SA auch mal angerufen und denen ein paar kritische Fragen gestellt. Ich wollte eigentlich noch einen Artikel dazu machen, bin dann aber doch nicht mehr zu gekommen. Ich war schon sehr amüsiert als sie mir von 90% Gewinnmarge erzählten. Ich glaube dass die Herstellungskosten von 150€ gar nicht das Problem sind. Wenn so eine Kiste im Schnitt z.B. 500 mal zirkuliert (ich teile ihre Behauptung von 1000 hier durch 2), sammeln sie ja bei 2,50 Gebür 1250 Euro ein. Das Problem sind eher die Logistikkosten die sie haben werden. Wenn z.B. jemand die Kiste leer beim Paketshop abgibt und sie sie wieder zu einem Verpackungskunden transportieren müssen (Amazon) etc. Oder defekte Kisten (die man sicher meistens günstig reparieren können wird) vom Kunden zur Reperatur zu bringen und ihm Ersatz bereitzustellen. Etc.

    Ich glaube nicht, dass das Mikrofon ein Problem bezüglich der Akzeptanz des Produktes darstellt, sondern ausschließlich deshalb ein Problem ist weil es das Produkt zu teuer und komplex macht. Auch Europäer tragen mittlerweile fast alle ein permanent mit dem Internet verbundenes Handy herum, viele haben Sprachassistenten aktiviert die permanent das Mikrofon abhören um festzustellen wann sie angesprochen werden und viele haben dezidierte Abhörkisten wie Amazon Echo.

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